Text vom "Gebet für die Welt" am 1. September 2026
Erschöpft trägt die Erde
Milliarden von Menschen,
die nicht mehr für Generationen pflanzen,
sich den Planeten und einander untertan machen.
Unersättlich plündern
Schätze in Boden und Meer.
Artefakte ausgerotteter Völker in Museen ausstellen,
neben ausgestopften Tieren und aufgespießten Schmetterlingen.
Den Kindern hinterlassen einen fieberheissen Erdball,
dazu Gift in Wasser und Luft.
Am Totenbett flüstern "kauft und werft weg" -
Sie brauen keinen Atem mehr!
Das Testament geschrieben
mit Lettern aus Müll. - Wir aber leben!
Geben Erde Baum für Baum zurück, bringen zum Schweigen
Stimmen im eigenen Kopf, die flüstern: "Was kann ich schon tun?"
Lassen uns nicht aufhalten von Gleichgültigkeit oder Drohungen,
nicht locken von Besitz. Bleiben standhaft, weil wir glauben,
es muss schaffbar sein. - Weil wir hoffen, noch ist es möglich,
unsere Welt zu retten.
Christiane Schwarz